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Benda Bilili! - von den Straßen Kinshasas zum Welterfolg

 

von mira

19. Mai 2011 (All day)
 

© Kool Filmdistribution
 
Mira Salska- Bünsch

Benda Bilili!

Von den Straßen Kinshasas zum Welterfolg

„Benda Bilili“ ist ein sehr ungewöhnlicher Film – gleichsam eine Lektion fürs Leben. Die Straßenmusiker auf Krücken sind passionierte Gitarristen und Sänger, sie kämpfen leidenschaftlich nicht nur für ihre Musik sondern auch gegen Schicksal und Unglück.

Vier ältere Afrikaner: Ricky, Coco, Roger und Theo, gezeichnet durch Polio, auf ihren Dreirädern und ein 17- jähriges Wunderkind erschaffen einen hypnotisierenden, afrikanischen Soul. Die Gruppe „Staff Benda Bilili“ wurde viele Jahre lang von zwei Dokumentaristen –Renaud Barret und Florent de la Tullaye - mit der Kamera beobachtet, ein Marsch mit den Musikern durchs Ghetto, durch das städtische Chaos, durch das Leben mit dem Straßenvolk, immer begleitet von Kameras, die einmal mit den Augen der Musiker sehen, dann wieder die Musiker beobachten. In den Straßen von Kinshasa schlafen und essen sie, hier erziehen sie ihre Kinder. Über diese Welt singt der Staff Benda Bilili, über ihre verrückte Hoffnung, über Leute, die auf Kartons schlafen, über Ein – Dollar – Nutten, Straßenkinder, Krüppel, die jeden Tag um ihr Brot kämpfen. Und trotzdem, sie haben große Herzen und viel Humor, viel Lebenskraft. Sie sind groß als Persönlichkeiten und gleichzeitig ein vergessener Teil der Menschheit. Sie sind Ausgestoßene gewesen, haben aber ihr Schicksal bezwungen.
Die Hauptfigur, Roger, ist etwa fünfzehn, als er sich der Band anschließt. Er ist in der Strasse groß geworden, muss seine Mutter und seine Geschwister ernähren, und ist ein Musikgenie. Er spielt eigene Kompositionen auf der Satongé, einer Art Gitarre mit nur einer Saite, die er selbst aus einer alten Dose konstruiert hat. Er kann hypnotisierende, sehr originelle  Musik spielen, die von den anderen Musikern bewundert wird.

„Benda Bilili“ ist auch ein Film über die Stadt Kinshasa. Sie ist nach Lagos die zweitgrößte schwarzafrikanische Agglomeration. In den Ghettos leben die Ségués – Straßenkinder, organisiert in Banden und gejagt von der Polizei. Zusammen mit den  Behinderten, als Folge von Armut und Krieg, sind sie die größte entrechtete Gruppe. Die Filmemacher sagen: „Kinshasa ist eine kaputte Stadt, aber immer noch sehr fotogen. Die Leute sind wie Don Quixote, voller Träume“.

Die Geschichte der Staff Benda Bilili begann in 2004 als der Gitarist Coco Yacala beschloss: “Eines Tages werden wir die berühmtesten Behinderten in Afrika sein…Es ist nie zu spät im Leben…“.
Nach vielen Proben und einem Unglück im Jahr 2009 erschien das Album „Très très fort“. Die Musik von vier Gelähmten und drei unbehinderten Männern, gespielt auf selbst gemachten Instrumenten, wurde zum großen Erfolg. Die Legende wurde bekannt auf der Konzerttournee der Straßenband durch Europa im Jahr 2009. Die Lieder von Staff Benda Bilili geben einen Blick auf den Alltag in der Straße, sie sind volle Kraft, humorvoll, faszinierend als Musik - von Funk bis Soul.
Es ist aber nicht nur ein Musikfilm und ein Film über eine Metropole Afrikas. Wie schreiben die Dokumentaristen: „Die humpelnde Odyssee von Benda Bilili wirft  unsere Vorstellungen von Behinderung und Elend über den Haufen und stellt uns vor die Frage, über welche Stärken wir selber verfügen.“

 

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